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Galerie Supper: Reinhold Braun
Nichts fördert mehr das Einverständnis mit der Welt als eine Reise ins
Unbekannte. Was für eine Sympathie, trifft man in der Fremde einen Menschen
aus der Heimat. Wieviel Freundlichkeit und Herzlichkeit, welches Besprechen
der Reiserouten, -ziele, -erlebnisse. Wie liebt man plötzlich, was man
zuhause nur mühsam erträgt. In der Fremde ist man sich am wenigsten ein
Fremdling und besitzt Flügel, die daheim wieder verschwinden.
Wie ein raffinierter Fallensteller
spekuliert Reinhold Braun (geb. 1961 in Karlsruhe) mit diesem Mechanismus,
wenn er mit seiner verlockenden, entgrenzenden Malerei zum Aufbruch in
fremde Welten herausfordert. In die Nacht, in den Rausch, in den Exzess - in
ein Universum, in dem das normale, gewohnte Verhalten nur schlecht
funktioniert. Man taucht ab ins Rohe, Kindische, Verträumte, Anarchische …
Was für eine Sympathie, trifft man in der Hölle, in der Wüste, in der
Ausschweifung auf Vertrautes: Lebt man vielleicht auf der Erde bereits im
Paradies?
Franz Littmann
(Reinhold Braun, Gehölz, Waldrand; Galerie Supper Pforzheim Friedenstraße 9,
www.galeriesupper.de.,
ab 27.4. - Vernissage 18 Uhr - bis 24.5.)
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Quelle: Klappeauf 04.2003 |
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Reinhold Braun - Einer der Farbe
bekennt
Portrait
Farbenprächtig, roh, kindisch, verträumt, anarchisch, exzessiv, provokativ
und aufrichtig sind alle seine Bilder.
Reinhold Braun (42), Künstler und Mitbegründer der Künstlergruppe D.A.R.M
macht mit seinen Gemälden Lust auf Farbe. 1998 beinhaltete die Ausgabe 53
der Zeitschrift „Stern“ einen großen Beitrag zum Thema „Die Stars 2000 – Wer
sind die Macher der Zukunft?“. Unter der Headline „Galerie der Zukunft – sie
sind jung, sie sind ehrgeizig, sie sind einfach gut. Und Sie haben die
besten Chancen es bis ganz oben zu schaffen und die kommenden Jahrzehnte zu
prägen“ präsentierten Meister von heute die Macher von morgen. „Ehrgeiz hat
auch etwas mit Zerstören des Meisters zu tun“ – Markus Lüpertz sieht die
Zukunft in den Malern der Gruppe D.A.R.M. Einer von Ihnen ist Reinhold
Braun. Heute sind gut fünf Jahre vergangen und Zeit genug für ein Resümee.
Schon ein Treffen mit Reinhold Braun gestaltet sich spannend. Nach eigenen
Auskünften zieht sich der Künstler am liebsten in das Refugium des eigenen
Schaffens zurück, gewährt er dem Betrachter dennoch Eindrücke in die Welt
seiner Malerei, ist man fasziniert von der Kraft und Opulenz der Farben
seiner Werke. Reinhold Braun schöpft bei all seinen Arbeiten aus dem Vollen
– sie sind abstrakt und offen für vielschichtige Interpretationen und
zugleich eine Hommage an das Leben, die Farbe und Motivik. Hartkantige
Geometren sitzen neben organisch weichen Strukturen, feuriges Rotorange
neben sattem Grün. Um verstanden zu werden, sind Reinhold Brauns Bilder
nicht gemalt, ebenso wenig handeln sie vom Gegenwärtigen oder gar der
Zukunft. Die meisten Titel sind Widerspruch und Provokation zugleich. Dieses
Phänomen lässt sich auch auf die Person Reinhold Braun übertragen: Den
verhaltenen, fast spröden Künstler „wachzuküssen“ obliegt dem Gegenüber. Ist
dies gelungen, bietet Reinhold Braun genauso viele prächtige Facetten wie
seine Bilder.
Darüber hinaus gibt ihm, seinem unvergleichlichem extravaganten Stil und
seinen Bildern der Erfolg Recht: Neben Ausstellungen wie im Kunstpalast
Düsseldorf, im Leopold Hoesch Museum Düren, im Städel Frankfurt und dem
Museo de Arte Contemporaneo/Santiago de Chile oder
Gemeinschaftsausstellungen der Gruppe D.A.R.M in der Galerie of
American-European Fine Art/New York kann Reinhold Braun auf eine Fülle
nationaler und internationaler Projekte zurückblicken. Darüber hinaus ist
der Künstler seit zehn Jahren regelmäßig auf den wichtigsten Kunstmessen wie
der Art Cologne und ARCO Madrid vertreten. Seine aktuelle Ausstellung
"Gehölz, Waldrand" ist vom 29. April bis zum 24. Mai in der Pforzheimer
Galerie Supper zu sehen.
Wähnte man bereits in den 50er und 60er Jahren das Ende der Malerei so
belegt der Künstler Reinhold Braun einmal mehr, welche Bereiche der
Bildenden Kunst mit Intelligenz und Achtsamkeit noch aufzutun, welche Lücken
noch aufzufinden und auszufüllen sind. Die Antwort auf Immendorfs
selbstironische Forderung „Hört auf zu malen“(1966) kann nur lauten „ Malt
weiter.…“.
Galerie Supper
Friedensstr. 19
75173 Pforzheim
Tel. 07231/5 07 02
Öffnungszeiten: Di. - Fr. 18.00 bis 20.00, Sa. 12.00 bis 16.00 Uhr
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