Mit dem Stickgarn zeichnen

Dirk Supper eröffnet mit Monika-Thiele-Werken eine neue Galerie in Pforzheim

PFORZHEIM. Dirk Supper ist mutig. Er weiß, dass er einen langen Atem braucht, um mit seiner neuen Galerie in Pforzheim bestehen zu können. "Ich konzentriere mich auf den Neuen Realismus und die Neue Figuration", beschreibt der Inhaber eines Galvanikunternehmens sein Galerieprogramm, das Newcomer und arriviertere Künstler in seine Räume an der Friedenstraße 19 führen soll. Zum Start hat er gleich die Messlatte recht hoch gelegt, denn die großformatigen Zeichnungen und Stickarbeiten von Monika Thiele überzeugen und beeindrucken durch ihre eigene Technik. Überdies gelang ihm eine Überraschung, denn die noch in Niefern lebende, bald wohl nach Pforzheim ziehende Künstlerin stellt sich hier in der Region erstmals in größerem Rahmen vor.

1966 in Erfurt geboren, erlernte sie ihr künstlerisches Handwerk am dortigen Zirkel für Malerei und Grafik, an der Freien Kunstschule Stuttgart sowie an den Akademien der Bildenden Künste in Dresden und Karlsruhe. Obwohl sich Monika Thiele in der Wahl ihrer Mittel einschränkt - einer reduzierten Farb- und Stiftwahl entspricht die Beschränkung auf gerade Striche, die durch bloße Überkreuzungen Tiefe, Räumlichkeit suggerieren - gelingt ihr eine verblüffende malerische Anmutung.

Spannender noch sind ihre Stickarbeiten, in dem auf seidenem Grund Nadel und Faden den Stift und Strich ersetzen, dabei zu einer eigenwilligen Vernetzung und Oberflächenqualität finden. Die Motive erweisen sich zunächst als eher zufällige Schnappschüsse, doch gerade die Erhebung des banalen Augenblicks zum Bildsujet verleiht den alltäglichen Momenten eine gewisse Größe.

Thomas Kurtz

Die Thiele-Ausstellung in der Galerie Supper (www.galeriesupper.de) wird am morgigen Sonntag von 18 bis 20 Uhr eröffnet. Sie ist bis zum 25. Januar dienstags bis freitags von 18 bis 20 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr geöffnet.

Quelle: Pforzheimer - Zeitung vom 30.11.2002