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Reiz des Unspektakulären Fotorealistische Bilder von philipp h. steiner in der Galerie Supper PFORZHEIM. Ist das nicht die alte Nachbarin aus der Seitenstraße? Sie ähnelt der am Stock gehenden Frau, die philipp h. steiner exakt gemalt und in ein nebulöses Umfeld platziert hat. Auch die anderen Rentner der Bilderserie "Der schmale Grat" (Acryl auf Holz) sehen irgendwie vertraut aus. Da hat einer ganz genau hingesehen, und wir staunen, wie aus einfachen, unbekannten, völlig unspektakulär an einer Bushaltestelle wartenden Menschen plötzlich Bildmotive werden, die uns nicht mehr so einfach wegschauen lassen. Zu sehen sind diese Arbeiten des Mainzer Künstlers philipp h. steiner vom 4. Februar bis 1. März in der Galerie Supper, Friedenstraße 19 in Pforzheim. Die Ausstellung wird am kommenden Sonntag von 18 bis 20 Uhr eröffnet. Blick durch den Sucher Das genaue Sehen hat der 1953 in Ludwigshafen geborene steiner von 1974 bis 1981 während seines Kunststudiums ! an der Universität Mainz, als wissenschaftlicher Zeichner am Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz und als Zeichner für Stern und Geo gelernt. Bevor er seine frei künstlerischen Werke mit fotorealistischer Genauigkeit malt und zeichnet geht sein Blick zuerst durch den Sucher seiner Fotokamera. Da wird bereits eine erste Motivauswahl getroffen, der Blick konzentriert und in eine besondere Richtung gelenkt, fernab sensationeller, vordergründig die Aufmerksamkeit erhaschender Bilder. Mit großem Aufwand Was dann mit viel Raffinesse und großem Aufwand gemalt wird, sind eigentlich ganz banale Szenen. Zwei leere Anhänger vor einem flachen Feld, drei verschrumpelte Birnen, zwei Männer, die an einer Wand etwas messen. Doch unterschwellig entwickelt sich in manchen steiner-Bildern nach dem ersten schnellen Erkenn-Effekt ein seltsames Gefühl. Ist der Mann im Bild "Bei Sich" (Öl auf Leinwand) vor seinen Werkstatt-Utensilien nur eingeschlafen oder bei einem Unfall z! usammengebrochen? Was steckt hinter der irgendwie sprachlos wirkenden Begegnung zweier Menschen in "Mutmaßung" (Öl auf Leinwand/Holz)? Oft stellt sich in solchen steiner-Bildern eine geheimnisvolle Spannung ein, die gerade aus dem vordergründig Unspektakulären ihren Reiz bezieht. Thomas Kurtz Die Galerie Supper ist dienstags bis freitags von 18 bis 20 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr geöffnet. Quelle: Pforzheimer - Zeitung vom 30.01.2003 |