Die mystischen Weltendes Thomas Kostecki


Er ist der Magister Ludi, der Spielmeister, der Herr über die Elemente, mit denen er lässig jongliert: Thomas Kostecki, 1964 in Polen geboren, stellt sein Selbstporträt in den Mittelpunkt seines Bildes "Der Alchimist", das in der Ausstellung in der Pforzheimer Galerie Supper zu sehen ist. Die Schau mit Werken des in Berlin lebenden Künstlers wird heute um 18 Uhr in der Friedenstraße 19 eröffnet. Der Mensch als Spielball der Elemente, als Figur auf einem überdimensionalen Schachbrett - Themen wie diese bestimmen die Werke des Fantastischen Realismus Kosteckis.

 

Und obwohl manches recht dekorativen Charakter hat, sind seine in altmeisterlicher Technik gemalten Ölbilder immer dann beeindruckend, wenn er den agierenden Menschen ins Zentrum des Geschehens rückt. Beispielsweise in seinem Gemälde "Galileo" aus dem Jahr 2000. Plastisch und mit Sinn für das Auflösen starrer Dimensionen versinnbildlicht Kostecki hier, wie Galileo Galilei die Grenzen des ptolemäischen Weltbildes verschiebt, wie im Hintergrund Einflüsse wirken aus vergangenen Kulturen, wie Inka oder der alten Ägypter. Manchmal sprengt Kostecki die Zweidimensionalität des Tafelbildes, setzt wie bei seinem Bild "Mystische Reise", das der Ausstellung den Titel gab, plastische Quader mit einem Schachbrettmuster auf die Leinwand, die quasi als Wegweiser den Blick auf ein in zurückhaltenden Grautönen gemaltes gotisches Refektorium lenken. Kosteckis optische Spielereien und subtile Anspielungen stoßen auf Interesse in der Kunstwelt, hat doch beispielsweise Sammler Reinhold Würth nicht nur sechs seiner Bilder gekauft, sondern sich auch von Kos-tecki porträtieren lassen.

ps

Die Ausstellung in der Galerie Supper ist bis 15. November dienstags bis freitags von 18 bis 20 Uhr sowie samstags von 12 bis 16 Uhr geöffnet.

Quelle: Pforzheimer Zeitung vom 18.10.2003

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